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<title>Complementizer</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Complementizer</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Mit dem englischen Begriff <b>Complementizer</b> bzw. der eingedeutschten Form <b>Komplementierer</b> (Kategoriesymbol <b>C</b>) bezeichnet man in der <a href="Linguistik" class="mw-redirect" title="Linguistik">Linguistik</a>, vor allem in der <a href="Generative_Grammatik" title="Generative Grammatik">generativen Grammatik</a>, einen Bestandteil der Satzstruktur, der unter anderem von unterordnenden <a href="Konjunktion_(Wortart)" title="Konjunktion (Wortart)">Konjunktionen</a> markiert wird. Das heißt, es sind Einheiten, die sich mit einem Kernsatz aus Subjekt und Prädikat verbinden und diesen z.&nbsp;B. zu einem eingeleiteten <a href="Nebensatz" title="Nebensatz">Nebensatz</a> erweitern können. Hierbei bestimmt der Komplementierer die entstehende <a href="Satzart" title="Satzart">Satzart</a> (z.&nbsp;B. Aussage- oder Fragesatz, die sich hinsichtlich der Bestandteile Subjekt und Prädikat ja nicht unterscheiden).
</p><p>Die Klasse der Komplementierer umfasst zunächst unterordnende Konjunktionen (Subjunktionen) wie z.&nbsp;B. <i>dass</i> oder <i>ob.</i> Die Konjunktion <i>ob</i> erweist sich als Komplementierer, da sie den Nebensatz, den sie einleitet, als (eingebetteten) Fragesatz charakterisiert, hingegen markiert <i>dass</i> einen (eingebetteten) Aussagesatz. Der Begriff Komplementierer wird jedoch weiter gefasst und schließt dann ebenso unausgesprochene („phonetisch leere“) Elemente ein, die nur in Form von Merkmalen in der abstrakten Darstellung der Satzstruktur anwesend sind. In dieser abstrakteren Form können dann nicht nur Nebensätze, sondern auch Hauptsätze ein solches Element enthalten. Beispielsweise wird die Position, die im <a href="Feldermodell_des_deutschen_Satzes" title="Feldermodell des deutschen Satzes">Feldermodell des deutschen Satzes</a> traditionell als die „linke Satzklammer“ bezeichnet wird, in vielen Theorien ebenfalls als Komplementierer identifiziert, unabhängig davon, womit die Position besetzt ist (im <a href="V2-Stellung" title="V2-Stellung">Verbzweit-Satz</a> enthält sie dann z.&nbsp;B. das finite Verb). Somit bezieht sich der Begriff Komplementierer in erster Linie auf eine Position mit grammatischen Merkmalen in der abstrakten Satzstruktur, erst in zweiter Linie auch auf bestimmte Wörter, die in diese Position gehören.
</p><p>Soweit es um Konjunktionen geht, werden entsprechend der Begriffsherkunft in diesem Artikel vor allem Aspekte dargestellt, die sich aus dem Modell der generativen Grammatik ergeben, für einen allgemeineren Überblick siehe den Artikel <a href="Konjunktion_(Wortart)" title="Konjunktion (Wortart)">Konjunktion (Wortart)</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Mehrdeutigkeit_der_Bezeichnung">Mehrdeutigkeit der Bezeichnung</h2></div>
<p>Die Bezeichnung <i>complementizer</i> wurde von Rosenbaum (1967)<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> eingeführt. Sie bezog sich ursprünglich darauf, dass Nebensätze die Rolle einer vom Verb verlangten <a href="Komplementsatz" title="Komplementsatz">Ergänzung</a> (engl. <i>complement</i>) haben können und hierbei von einer Konjunktion eingeleitet werden, z.&nbsp;B. in Fällen wie:
</p>
<ul><li><i>Ich weiß, <b>dass</b> er ein Auto hat.</i></li>
<li><i>Ich weiß nicht, <b>ob</b> er ein Auto hat.</i></li></ul>
<p>Teilweise wird diese oder eine verwandte Deutung von „Komplementierer“ auch in neuerer Literatur beibehalten.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Es ergibt sich dann ein vergleichsweise enger Sinn des Wortes, der sich nicht auf Konjunktionen für <a href="Adverbialsatz" title="Adverbialsatz">Adverbialsätze</a> erstrecken soll (wie <i>weil, da, nachdem, bevor</i> etc.) – eben weil dies keine Komplementsätze sind. Solche Konjunktionen werden dann z.&nbsp;B. nur als „adverbielle Subjunktoren“ bezeichnet.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In einem weiteren Sinn wird jedoch bei jeder Art von voll ausgebautem Satz das Satztyp-Merkmal, bzw. das Einleitungswort, das dieses Merkmal zeigt, als Komplementierer / <i>complementizer</i> bezeichnet. Demnach gibt es dann unterschiedliche Komplementierer für die Satztypen Aussagesatz, Fragesatz, Relativsatz und auch die verschiedenen Adverbialsätze.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In diesem Sinn ist dann für letzteren Fall auch ausdrücklich von „adverbiellen Komplementierern“ die Rede.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Komplementierer in diesem weiteren Sinn werden manchmal auch nur als „C-Elemente“ bezeichnet, da das Kategoriesymbol für diesen allgemeineren Typ „C“ lautet. Diese Terminologie bezieht sich auf die Satzstruktur nach dem sogenannten „CP/IP-System“ (<a href="#Komplementierer_in_der_Struktur_des_Satzes">siehe unten</a>), wobei „C“ zwar einfach nur die Abkürzung für „complementizer“ ist,<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> aber in diesem Zusammenhang stets im weiteren Sinn zu deuten ist. Diese Bedeutung wird auch im hier vorliegenden Artikel zugrunde gelegt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Abgrenzung">Abgrenzung</h2></div>
<p>Keine Komplementierer sind Fragewörter und Relativpronomen (jedenfalls nach überwiegender Lehrmeinung), da es sich bei diesen um Vertreter ganzer Konstituenten handelt. Man sieht dies an Fällen, wo Frage- oder Relativsätze von einer ganzen Wortgruppe eingeleitet werden (im Extremfall bis hin zur sogenannten <a href="Rattenf%C3%A4ngerkonstruktion" title="Rattenfängerkonstruktion">Rattenfängerkonstruktion</a> im Beispiel&nbsp;e.):
</p>
<pre>a. <i>Ich weiß nicht mehr, <b>wer</b> angerufen hat.</i>
b. <i>Ich weiß nicht mehr, <b>mit wem</b> ich telefoniert habe.</i>
</pre>
<pre>c. <i>Der Mann, <b>der</b> angerufen hatte...</i>
d. <i>Der Mann, <b>mit dem</b> ich zu telefonieren glaubte...</i>
e. <i>Leute, <b>mit denen zu telefonieren</b> er sich eingebildet hatte...</i>
</pre>
<p>Komplementierer können hingegen nie zu größeren syntaktischen Gruppen ausgebaut werden, insbesondere fungieren sie nicht selbst als Ergänzungen anderer Kategorien (so wie in den obigen Beispielen <i>wem</i> und <i>dem</i> als Ergänzung einer Präposition auftreten).
</p><p>In Relativsätzen des Englischen gibt es zwei Varianten, nämlich Relativsätze mit „wh“-Wörtern (<i>who</i> usw.) und solche mit <i>that</i>. Hierbei ist <i>that</i> anscheinend ein Komplementierer,<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> aber <i>who</i> ein Relativpronomen. Eine ähnliche Unterscheidung existiert bei Ja/Nein-Fragen; hier gibt es Argumente dafür, dass das Englische <i>if</i> in Fragesätzen eine Konjunktion ist, das gleichbedeutende <i>whether</i> jedoch eine Phrase, die anderen <i>wh</i>-Wörtern entspricht.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Komplementierer_in_der_Struktur_des_Satzes">Komplementierer in der Struktur des Satzes</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Phrasenstruktur">Phrasenstruktur</h3></div>
<p>Komplementierer bilden mit dem übrigen nachfolgenden Satz zusammen eine <a href="Konstituente" title="Konstituente">Konstituente</a>, die wiederum z.&nbsp;B. als syntaktische Ergänzung eines Verbs fungieren kann:
</p>
<pre><i>Ich weiß nicht, <b>[</b> ob [ er angerufen hat ] <b> ]</b> </i>
<i>Ich weiß <b>es</b> nicht</i>
</pre>

<p>Nach einer Analyse, die maßgeblich von <a href="Noam_Chomsky" title="Noam Chomsky">Noam Chomsky</a> 1986 vertreten wurde,<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> fügen sich Komplementierer in das System der <a href="X-Bar-Theorie" title="X-Bar-Theorie">X-Bar-Theorie</a> ein, indem es sich um <a href="Kopf_(Grammatik)" title="Kopf (Grammatik)">Köpfe</a> der Kategorie C handelt, die eine eigene Phrase (CP) aufbauen. Der weitere Satz ist also ihr <a href="Komplement_(Syntax)" title="Komplement (Syntax)">Komplement</a>. (Dieser wird fürs Englische unter anderem als <a href="Phrase_(Linguistik)#Funktionale_Projektionen" title="Phrase (Linguistik)">„IP“ oder „TP“</a> bezeichnet, ist aber in den Diagrammen für das Deutsche als <a href="Verbalphrase" title="Verbalphrase">Verbalphrase</a> (VP) dargestellt, zur Begründung siehe z.&nbsp;B. Haider 2006<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>.)
</p><p>Wenn man im Deutschen solche Nebensätze als „<i>ob</i>-Satz“, „<i>dass</i>-Satz“ etc. bezeichnet, kommt in dieser Redeweise ebenfalls zum Ausdruck, dass die Konjunktionen <i>ob / dass</i> Köpfe sind, die den Typ des gesamten Satzes charakterisieren. Frage- und Relativpronomen sind in der X-Bar-Theorie hingegen <a href="Phrase_(Linguistik)" title="Phrase (Linguistik)">Phrasen</a>, die den Spezifikator von CP besetzen (siehe nächster Abschnitt).
</p><p>In der älteren Literatur (z.&nbsp;B. Chomskys <a href="Rektions-_und_Bindungstheorie" title="Rektions- und Bindungstheorie">Rektions- und Bindungstheorie</a> von 1981) nahm man stattdessen eine undifferenzierte Position vor dem Kernsatz an, die verschiedene Arten von Material aufnehmen konnte und sich nicht als Kopf verhielt, diese wurde üblicherweise als COMP abgekürzt. Statt des Schemas CP = C° + VP (oder CP = C° + IP) begegnet in diesen älteren Arbeiten dann ein Schema S’ = COMP + S.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Leere_Komplementierer">Leere Komplementierer</h3></div>

<p>Wenn der Unterschied zwischen Köpfen und Phrasen konsequent angewandt wird, ergibt sich aus der X-Bar-Theorie, dass auf der Ebene der Komplementierer zwei verschiedene Positionen anwesend sind: Dem Komplementierer als Position für eine elementare Einheit (einem Kopf) geht eine Position voran, die eine Phrase aufnimmt, der Spezifikator. Komplexe satzeinleitende Gebilde können dann nur in dieser Position vorkommen. Die Baumdiagramme illustrieren diesen Unterschied für die Beispiele <i>(Ich weiß nicht) ob er angerufen hat</i> bzw. <i>(Ich weiß nicht) um welche Zeit er angerufen hat</i>. Im zweiten Satz ist die Position des Komplementierers C konsequenterweise leer. Da der ganze Satz ein Fragesatz ist, muss allerdings angenommen werden, dass der Kopf immer das Fragemerkmal trägt, auch wenn er phonetisch leer ist.
</p><p>Dass in solchen Fällen ohne Konjunktion die Position des Komplementierers tatsächlich separat existiert, sieht man an Daten aus deutschen Dialekten, in denen sowohl ein Relativ- bzw. Fragepronomen als auch ein Komplementierer hintereinander auftauchen, z.&nbsp;B. in folgendem Beispiel des Bairischen:<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<pre><i>[A Meichmaschin] is a komplizierta Apparat mit (…)</i>
<i>vier Saugnäpf, <b>de wo</b> an de Zitzn vo da Kua oneghengt wern.</i>
(vier Saugnäpfen, <b>die wo</b> an die Zitzen von der Kuh angehängt werden.)
</pre>
<p>Hier fungiert <i>de</i> als Relativpronomen (und damit als Phrase, also Spezifikator) und das Nachfolgende <i>wo</i> ist ein <a href="Relativpronomen#Abgrenzung_zwischen_Relativpronomen_und_Konjunktionen_im_Deutschen" title="Relativpronomen">Relativsatz-Komplementierer</a>, den es im Standarddeutschen nicht gibt (es handelt sich nicht um das gleichlautende Fragepronomen <i>wo</i>, weil es in dem bairischen Beispiel in keiner Weise einem Adverbial der Ortsangabe entspricht). Hieraus ergibt sich die Schlussfolgerung, dass das Standarddeutsche nach dem Relativpronomen noch eine leere Position aufweisen sollte, wie in den Baumdiagrammen bereits dargestellt:<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<pre><i>… vier Saugnäpfe, <b>die –</b> an die Zitzen der Kuh angehängt werden.</i>
</pre>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Komplementierer_als_Position_im_Satz">Komplementierer als Position im Satz</h3></div>
<p>In Modellen der generativen Grammatik kann die Position des Komplementierers auch mittels einer <a href="Bewegung_(Linguistik)" class="mw-redirect" title="Bewegung (Linguistik)">Bewegungstransformation</a> mit anderem Material besetzt werden, wenn sie zunächst ohne Besetzung erzeugt wurde. So wird der <a href="Verbzweitstellung" class="mw-redirect" title="Verbzweitstellung">Verbzweitsatz</a> und der <a href="V1-Stellung" title="V1-Stellung">Verberstsatz</a> im Deutschen als Bewegung des Verbs in die Position C beschrieben. Zum Beispiel hat man im Deutschen bei Bedingungssätzen die Wahl, ob man die Konjunktion <i>wenn</i> verwenden will oder stattdessen das Verb in deren Position nach vorne ziehen will:
</p>
<pre><i><b>Wenn</b> die Stelle nicht mit einer Frau besetzt werden kann, darf sie auch einem Mann angeboten werden</i>
<i><b>Kann</b> die Stelle nicht mit einer Frau besetzt werden – , darf sie auch einem Mann angeboten werden</i>
</pre>

<p>Entsprechend wird angenommen, dass derselbe Zusammenhang zwischen Verb-Voranstellung und der C-Position auch im deutschen Hauptsatz besteht, d.&nbsp;h., dass auch dieser als eine Besetzung der C-Position durch das finite Verb aufzufassen ist, wie in nebenstehendem Baumdiagramm.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verbindungen_zwischen_Komplementierer_und_Flexion">Verbindungen zwischen Komplementierer und Flexion</h2></div>
<p>In der traditionellen deutschen Grammatik werden Konjunktionen als unflektierbare (unveränderliche) Wörter klassifiziert. Es gibt jedoch in süddeutschen Dialekten viele Konstruktionen, wo sie Formen ausbilden, die <a href="Kongruenz_(Grammatik)" title="Kongruenz (Grammatik)">dieselben Merkmale</a> zeigen wie das finite Verb des Satzes, etwa in dem bairischen Beispiel:
</p>
<pre><i>Wannst du des ned woaßt, wer sonst?</i>
wenn-2.sg du es nicht weißt(2.sg), …
</pre>
<p>Dieselbe Erscheinung findet sich unabhängig davon auch in anderen germanischen Sprachen, z.&nbsp;B. im <a href="Friesische_Sprachen" title="Friesische Sprachen">Friesischen</a>:<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<pre><i>dat-st do jûn komst</i>
dass-2.sg du heute-abend kommst
</pre>
<p>Dass ein Zusammenhang zwischen Finitheit und dem Komplementierer besteht, zeigt sich auch in anderer Hinsicht: Konjunktionen verlangen i.&nbsp;d.&nbsp;R. entweder finite Verben in ihrer Ergänzung oder Infinitive. So kann z.&nbsp;B. die Konjunktion <i>dass</i> nur mit finiten Sätzen erscheinen, während <i>um</i> eine Konjunktion ist, die zusammen mit einem Infinitiv einen Nebensatz bildet (<a href="Um-zu-Satz" title="Um-zu-Satz">Um-zu-Satz</a>):<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<pre><i>dass er arbeitet</i> / *NICHT: * <i>dass (zu) arbeiten</i>
<i>um zu arbeiten</i> / *NICHT: * <i>um er arbeitet</i>
</pre>
<p>In beiden Fällen liegt ein Komplementierer vor, der an seinem nachfolgenden Kernsatz ein Finitheitsmerkmal <a href="Rektion" title="Rektion">regiert</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Quellen">Quellen</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">P. S. Rosenbaum: <i>The grammar of English predicate complement constructions.</i> MIT Press, Cambridge (MA) 1967.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Zum Beispiel: Peter Matthews: <i>The concise Oxford dictionary of linguistics.</i> Oxford University Press, Oxford 1997 (=&nbsp;<i>Oxford paperback reference</i>), ISBN 978-0-19-280008-4.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">So in: Andreas Blümel, Hagen Pitsch: <i>Adverbial clauses: Internally rich, externally null.</i> In: <i>Glossa: a journal of general linguistics.</i> Vol. 4 (2019), Artikel Nr. 19, <a href="https://doi.org/10.5334/gjgl.600" class="extiw external" title="doi:10.5334/gjgl.600">doi:10.5334/gjgl.600</a>. Diese Autoren unterscheiden zwischen <i>complementizer</i> und <i>C-element.</i> Zu letzteren gehören für sie die adverbiellen Subordinatoren <i>da</i> und <i>weil</i> und evtl. je nach Analyse auch weitere. Manche adverbiellen Subordinatoren, z.&nbsp;B. <i>nachdem</i>, werden sowieso als Phrasen analysiert. Doch selbst „weil“, das zweifellos ein C-Kopf ist und keine Phrase, wird hier ausdrücklich nicht als complementizer bezeichnet.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">So zum Beispiel Sophie Repp, Volker Struckmeier: <i>Syntax. Eine Einführung.</i> J.B. Metzler / Springer, Berlin 2020, ISBN 978-3-476-04871-4, <a href="https://doi.org/10.1007/978-3-476-04872-1" class="extiw external" title="doi:10.1007/978-3-476-04872-1">doi:10.1007/978-3-476-04872-1</a>. Siehe S.&nbsp;67, Abschnitt 5.1: <i>Die Besetzung von C.</i></span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Zum Beispiel: Josef Bayer: <i>Bavarian Syntax. The left clausal periphery.</i> Walter de Gruyter, Berlin 2025, e-ISBN 978-3-11-150664-7. S.&nbsp;3.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Noam Chomsky: <i>Barriers.</i> MIT Press, Cambridge (MA) 1986, ISBN 0-262-53067-8, S.&nbsp;3.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Möglicherweise aber nicht in allen Fällen, vgl. Bernard Comrie: <i>Relative Clauses. Structure and typology on the periphery of standard English.</i> In: Peter Collins, David Lee (eds.): <i>The clause in English.</i> In: <i>honour of Rodney Huddleston.</i> John Benjamins, Amsterdam, S. 81–91.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">L. Haegeman, J. Gueron: <i>English Grammar: A Generative Perspective.</i> Blackwells, Oxford 1999.</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Noam Chomsky: <i>Barriers.</i> MIT Press, Cambridge (MA) 1986.</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Hubert Haider: <i>Mittelfeld phenomena.</i> In: Martin Everaert, Henk van Riemsdijk (eds.): <i>The Blackwell Companion to Syntax.</i> Blackwell, Oxford 2006, Vol. 3., S.&nbsp;204–274.</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Aus: <a href="https://bar.wikipedia.org/wiki/Mejchmaschiin" class="extiw external" title="bar:Mejchmaschiin">bar:Mejchmaschiin</a></span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text">Für die dargestellte Analyse des Relativsatzes im Standarddeutschen und Bairischen siehe insgesamt: Wolfgang Sternefeld: <i>Syntax. Eine morphologisch motivierte generative Beschreibung des Deutschen.</i> Stauffenburg, Tübingen 2006, S.&nbsp;363ff. (Abschnitt 7.1 <i>C und SpecC</i>).</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">Beispiel aus: Eric Fuß: <i>Multiple Agreement and Inflection in the C-Domain.</i> In: <i>Linguistische Berichte 213.</i> 2008, S.&nbsp;77–106, wo es aus einer Arbeit von Zwart (1993) zitiert ist. Mit „Friesisch“ ist hier offenbar <a href="Westfriesische_Sprache" title="Westfriesische Sprache">Westfriesisch</a> gemeint.</span>
</li>
<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text">Wolfgang Sternefeld: <i>Syntax. Eine morphologisch motivierte generative Beschreibung des Deutschen.</i> Stauffenburg, Tübingen 2006, Kap. 5, isb. S. 195ff.; dort auch Argumentation, dass „um“ keine Präposition ist.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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